Publikation
1994

Jochen Amme (Bearb.)

Bestecke

Die Egloffstein´sche Sammlung
(15. - 18. Jahrhundert) auf der Wartburg

196 Seiten, farbig, 24 x 32, Leineneinband, Schutzumschlag,
ARNOLDSCHE Art Publishers, Stuttgart 1994

Bei der Egloffstein´schen Bestecksammlung (Wartburg-Sammlung) handelt es sich um eine hoch bedeutende Kunstsammlung Historischer Bestecke, die von dem Freiherrn von und zu Egloffstein (1768-1848) zusammengetragen wurde und im Jahre 1843 in den Besitz des Großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach durch den Ankauf der Großfürstin Maria Pawlowna, Tochter des Zaren Paul II. und Ehefrau des Großherzogs Carl Friedrich, übergegangen ist.

Der Kunsthistoriker Arthur Pabst, der die berühmte Bestecksammlung des Richard Zschille 1893 herausgegeben hat, bemerkt in seiner Einleitung: “Vergleichsweise (zur Sammlung des Richard Zschille; Anm. d. Verf.) in Betracht kommt nur die Geräte-Sammlung S.K. Hoheit des Großherzogs von Sachsen auf der Wartburg.”

Jochen Amme, der die wissenschaftliche Bearbeitung dieser bedeutenden Bestecksammlung und die kunstvollen Arrangements der Bildtafeln besorgte, fragt in seinem Einleitungstext (S. 21ff): “Was ist das Besondere der Egloffstein´schen Sammlung?”. Er gibt folgende Antwort:

“Ich denke, kurz gesagt, es ist die fast orgiastische Fülle der unterschiedlichsten Materialien, aus denen die Griffe von Messer und Gabel gefertigt sind: Zunächst die spektakulären französischen Arbeiten, spätes 16.Jh., aus farbigem Email, vergoldetem Messing, verschiedenfarbigem Elfenbein, dunklem Horn, Perlmutter und z.T. mit Halbedelsteinen besetzt (…). Wir finden in dieser Sammlung repräsentative deutsche Arbeiten des späten 16. und frühen 17. Jhs. aus Bernstein und Elfenbein (…), eine prachtvolle Fülle köstlichster Habaner-Bestecke (…), Bestecke aus verschiedenfarbigem Marmor, Chalzedon, Achat, Bergkristall, Glas von hellblau bis dunkelblau, Glas in tiefem Rot, Glas in Millefiori-Technik (…) und Griffe ummanteilt mit bunten Glasperlen (…), mit Schildpatt, farbigem Email, Lack, Seide, Stoff und Stroh. (…). Eine der Hauptsäulen dieser Sammlung sind die Bestecke mit Griffen aus Elfenbein in allen nur denkbaren Variationen figuraler und geometrischer Art, ein phantastisches Zeugnis der Gestaltungskunst europäischer Besteckkultur.”

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